Rückblick über die Gründung des Stopselclubs Mietraching

Auf boarisch sog´d ma, a´so is oganga.


Die ersten beiden Jahre

Bevor der jetzige Verein gegründet wurde, bestand bereits ein Stopselclub. Es war zwar mehr oder weniger eine größere Stammtischrunde beim Wirt. Unter anderen waren da Mitglieder, die heute schon verstorben sind. Kurz einige zu nennen: Da Wirts Opa, Heß Johann, Leidl Josef, Kneifel Adolf, Muskari Raimund.

So ca. 20 Mitglieder umfasste dieser Verein, und s´Geld hielt Linda Christeleight zusammen. Durch Umstände löste sich dieser Club nach nicht zu langer Zeit wieder auf.

Es dauerte aber nicht lange, an einem Donnerstag, den 15. Juli 1971 grübelte es schon wieder bei manchen im Magen. Im Biergarten saßen da beim kühlen Trunk, da Troffer Sepp – Schenkel Kurt – Weinmann Konrad – Weiß Heinrich und Pauly Manfred. Sie diskutierten über eine Neugründung eines Stopselclubs. Zu dieser Runde gesellten sich dann später noch ein paar Mietrachinger dazu. Weigl Hans jun. – Bachmeier Franz jun. – Troffer Lenz – Hehlert Werner jun. – Nidermeier Johann – Falter Otto und Schenkel Wolfgang.

An diesem Abend wurde der jetzt bestehende Verein aus der Taufe gehoben. Die verantwortlichen Männer dafür wurden gewählt. Es waren unter anderen: 1. Vorstand: Josef Troffer (zwecks seinem lautem Organ war er da bestens geeignet). 2. Vorstand: Franz Bachmeier jun. 1. Kassier: Kurt Schenkel Schriftführer: Manfred Pauly

Als erstes gab der Vorstand bekannt, dass in diesen Verein nur männliche Mitglieder aufgenommen werden, im Gegensatz zum alten Verein. Die ersten Stopsel die ausgeteilt wurden, sind in Handarbeit angefertigt worden, das Material war aus Haselnuß. Konrad Weinmann und Pauly Manfred waren für diese Arbeit zuständig. Sie dienten solange, bis die im Auftrag vergebenen Stopsel bei Ludwig Birkel – Bad Aibling angefertigt waren.

Der Verein wuchs im ersten Jahr zusehends an Mitgliedern: ca. 30 Mann. Nun begann auch für den Kassier die wichtige Arbeit. Ein kleiner Bericht aus dem ersten Kassenbuch 1971 von Kassier Kurt Schenkel: Erste Einnahme für die Vereinskasse war am 5.8.1971 – Versteigerung 15 Dicke für 38 DM. 2 Tauben und ein Feuerzeug wurden für 117,50 DM an den Mann gebracht.

Es kam ein Preiswatten, Beiträge der Mitglieder, Strafen der Mitglieder – Betrag 1971: 93,20 DM, ferner freiwillige Spenden noch dazu.

Auf Anregung von Walter Siersch und Josef Troffer traute man sich auch schon an eine Weihnachtsfeier mit Christbaumversteigerung heran. Die Versteigerung brachte für damalige Verhältnisse einen riesigen Umsatzbetrag von 811 DM.

Die beiden Kassenrevisoren Konrad Weinmann und Walter Siersch konnten am Jahresende unter den Umsatzbetrag von 1513.30 DM ihre Unterschrift setzen.

Man schritt ins Jahr 1972. Dieses Jahr hatte schon Größeres abverlangt. Man organisierte im Fasching den ersten Stopslerball mit Barbetrieb.

Weiteres war der Ausflug am Vatertag und die erste Oktoberfest-Fahrt. Es war ja bei dem spärlichen Betrag den die Vereinskasse aufwies, nicht gerade einfach mit den Entscheidungen.

So auch der Beschluss, 1973 einen Maibaum aufzustellen. Anreger für dieses Vorhaben war der Wohlfahrt Helmut. Dieser Baum wurde im Dezember 1972 im damaligen Gemeindeholz von Mietraching ausgesucht und gefällt.

In Mietraching war in diesen Jahren mit Feiern oder sonstiger Biergaudi nicht viel los, dadurch entschloss man sich ein Fest in freier Natur zu machen. Und es kam zu dem Entschluss, bei schöner Witterung, auf der Sedlwiese droben, unter den Eichen, zu einen Umtrunk für die Mietrachinger. Mit´m Eicher Bulldog vom Kirmer Hans (Vereinsbulldog) wurden Garnituren, a paar Faßl Bier, Wasser und was ma so braucht nauf g'fahrn. Für de Brotzeit war da Weiß Heini zuständig. Leberkas war ja damals noch das Leibgericht von Bayern. Zu Fuß kamen die Mietrachinger zur Feier, viel mehr als wir erwarteten. Leider hatte der Wettergott mit den fröhlich Feiernden wenig Einsehen. Es begann in Strömen zu Regnen. Man packte den ganzen Krempel zusammen auf den Anhänger, und los Richtung Dorf. Beim alten Bachmeier Anwesen, das damals Leerstand, ließ man sich im Stadl nieder. Dort gings dann erst richtig los - die Feier.

Es werden sich bestimmt noch manche erinnern können an den Ringkampf, den da Weigl Hans sen. und da Falter Otto ausgetragen haben. Zünftig wars, des war d´Hauptsach von da ersten Veranstaltung. Nur keine Müdigkeit vortäuschen sagte sich die Vorstandschaft.

Man plante den ersten Vereinsausflug 1972.


Dieser Text wurde (soweit ich weiß) damals vom Schäfer Reinhold verfasst..